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Auch wenn man sich auf politischer Ebene schwer tut, in Sachen Umweltschutz und Klimawandel verbindlich zu werden, arbeiten Fahrzeughersteller und Zulieferer zurzeit mit Hochdruck an der Weiterentwicklung von Hybrid- und Elektroantrieb.

von Beat Imwinkelried

 


Der erste technisch brauchbare Elektromotor wurde im Jahr 1834 entworfen. Nachhaltige Lösungen stehen jedoch bei strategischen und wirtschaftlichen Überlegungen selten im Vordergrund. Deshalb sollte auch der 28 Jahre jüngere (1862) nach seinem Erfinder benannte Ottomotor den Siegeszug im Bereich der Mobilität antreten, liess sich doch in Zeiten von niedrigen Treibstoffpreisen, zunehmender Kaufkraft der Endverbraucher und einer kräftigen Entwicklung des Wirtschaftsstandortes «Europa» gutes Geld verdienen.


Warum gerade heute in die Elektromobilität als Ergänzung zum Hybridantrieb oder aus Kostengründen gar als dessen Ablösung auf allen Ebenen der Wirtschaftskette investiert wird, hat mehrere und vor allem wieder wirtschaftliche Gründe.


•     Kaufkraft und Benzinpreisschocks

Der Automobilmarkt ist heiss umkämpft: Erst wenn die Kaufkraft der potenziellen Kundschaft wegen Inflation oder Arbeitsplatzverlust abnimmt oder die Kauflust zugunsten des Sparkontos leidet, wird über Alternativen im Angebot nachgedacht. Nur müssen die Alternativen auch bezahlbar sein

Nach diversen Benzinpreisschocks gehen immer mehr Privatkunden dazu über, Fahrgemeinschaften zu bilden, Fahrzeuge bei Bedarf anzumieten und auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. In diese Richtung zeigen Projekte wie das neu lancierte Förderprogramm M-way der Migros-Gruppe. Oder es wird nicht mehr das neueste Wagenmodell ab Schaufenster oder Katalog gekauft, sondern eine günstigere Occasion gewählt.

•     Wirtschaftsstandort «Europa»

Europa hat wirtschaftlich gesehen die besten Zeiten hinter sich gelassen. Das Wirtschaftswachstum ist hierzulande im Vergleich zu aufstrebenden Regionen wie Asien als bescheiden zu bezeichnen. Zwar wird immer noch Spitzentechnologie in alle Welt vertrieben, gerade aber Asien übernimmt mehr und mehr auch die technische Vorreiterrolle.

Insbesondere die jüngste Entwicklung hat wieder aufgezeigt, wie schnell die inländische und internationale Nachfrage nach technischen Produkten und Konsumgütern nachlassen kann. Sparmassnahmen sind notwendig geworden, die sich beispielsweise bis in die Bewirtschaftung der Flotten von Service/Montage-, Aussendienst- und Kaderfahrzeugen niederschlagen können.

•     Umweltschutz und Prestige

Zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls setzt die Schweizer Regierung in einer ersten Phase auf freiwillige Massnahmen der Wirtschaft zur Reduktion von CO2. Wer kann, will dort natürlich mitmachen, um sich mit kreativen Ideen einen CO2-Bonus zu erwirtschaften, bevor mit Hilfe von Verboten und Geboten konkrete Reduktionsvorgaben erteilt werden.

Das wirkt sich auch auf die Mobilität aus. Zwar wird der in der Schweiz produzierte Strom aus überwiegend Kern- und Wasserkraft praktisch CO2-frei hergestellt. Der Inlandstromkonsum ist aufgrund der regen Exportwirtschaft der Schweizer Stromkonzerne durch Zukauf von CO2-reichem europäischem Strom im Mix jedoch nicht CO2-frei. Im Sinne der Ökologie macht es wenig Sinn, Elektrofahrzeuge mit Strom aus Kohlekraftwerken zu betreiben. Wenn aber durch den Ausbau der Elektromobilität als Bedingung die CO2-freie Energieproduktion mittels erneuerbarer Energien gefördert würde, hätten alle grenzüberschreitend etwas davon.

Dagegen entspricht die Denkhaltung im Bereich der besser Verdienenden und Kadermitarbeiter leider nicht ganz diesen Wunschvorstellungen. In diesem Segment wird vor allem das gekauft und gefahren, was dem eigenen Prestige nützlich ist. Jetzt müsste nur noch jemand auf die gute Idee kommen, auf welche Art «gekaufter» Umweltschutz dem eigenen Prestige zugute kommt. Dann würde Umweltschutz salonfähig.

Trendforscher gehen zwar davon aus, dass das Statussymbol Auto in den nächsten Jahren an Bedeutung verlieren wird. Diese «Kulturrevolution» wird sich dennoch nur schleichend durchsetzen können.

Elektromobilität im Firmenfahrzeugsegment
Damit sich Elektrofahrzeuge auch als Firmenfahrzeuge etablieren können, sind verschiedene Parameter Voraussetzung.

•     Flächendeckende Schnellladestationen
•     Geeignete Fahrzeugmodelle für Service/Montage und Aussendienst
•     Serienmodelle mit Reichweiten von mindestens 160 Kilometern
•     Ausgereifte Technologie, insbesondere Batterien
•     Fahrzeugkosten (wirtschaftliche TCO) und zugängliche Finanzierung

Sobald das bedarfsgerechte Angebot über ein flächendeckendes Händler- und Servicenetz vorhanden und die Tankstellen-Infrastruktur gewährleistet sind, werden mehr Unternehmen über die Alternative Elektroauto nachdenken. Aus Kosten-Nutzen-Überlegungen wird aber keine Firma Wartezeiten beim Personaleinsatz von Servicetechnikern und Aussendienstmitarbeitern durch Standzeiten zugunsten einer umweltfreundlicheren Technologie akzeptieren. Ausserdem muss über eine vielfältige Produktpalette an Elektromobilen der praktische Nutzen im Sinne eines Service- oder Aussendienstfahrzeuges uneingeschränkt vorhanden sein, zum Beispiel: genügend Laderaum oder Nutzlast.

Die technische Weiterentwicklung schreitet jedoch rasch voran, um den Bedarf dieser Segmente abdecken zu können. Dies wird sicher zuerst in städtischen Gebieten und Agglomerationen der Fall sein, wo die Infrastruktur als Erstes bereitstehen wird und über Anreize in Form von kostenfreien Parkplätzen für Elektroautos nachgedacht wird. Mit einem Zeithorizont von zehn Jahren sollte aber kalkuliert werden, bis ein Marktanteil von fünf Prozent erreicht sein kann.

Poolfahrzeuge und Kaderautos sind, was das Ausschöpfen der täglichen Reichweite anbelangt, zurzeit am ehesten für den Einsatz von Elektromobilen geeignet. Bei diesen Einsatzbereichen sind auch genügend lange Standzeiten zu Hause oder am Arbeitsplatz zur Wiederaufladung gewährleistet. Grössere Unternehmen arbeiten hier gerne mit monetären Anreizen, um Kadermitarbeiter zum Umsteigen auf klimafreundlichere Technologien umzustimmen.


Fahrzeugkosten
Die Elektromobilität muss sich so etablieren können, dass sie bezüglich Anschaffungs- sowie Unterhaltskosten im Vergleich zur heutigen Fahrzeugtechnik auf der Basis von Verbrennungsmotoren konkurrenzfähig ist.

Zurzeit wird der Anreiz zum Kauf eines Elektroautos in einigen europäischen Ländern in Form von staatlicher Förderung und Steuererleichterungen gegeben. Sobald Elektromobile in grösseren Stückzahlen produzierten werden, sollten die Fahrzeug- und Batteriekosten sinken. Gemäss Angaben aus Deutschland kosten Elektroautos derzeit rund 20'000 Euro mehr als vergleichbare konventionelle Fahrzeuge. In der Schweiz ist derzeit noch kein staatliches Förderprojekt bekannt. Auf kantonaler Ebene kann es jedoch vereinzelt bereits Förderprogramme geben.


Finanzierung und Rundum-Service
Dies ist die angestammte Kernkompetenz von Interleasing. Zurzeit steht das Produkt «E-Mobility» in der Projektphase, für das verschiedene Konzepte und Partnerschaften geprüft werden. Ziel ist es, ab Herbst 2010 mit einem Fullservice Leasing-Angebot inklusive Stromabrechnung auf der Basis von «Total Cost of Ownership» auf den Markt zu kommen. Das TCO-Verfahren hilft Unternehmern, die anfallenden Kosten von Investitionsgütern abzuschätzen. Es resultiert eine Abrechnung, die nicht nur die Anschaffungskosten enthält, sondern auch alle Aspekte der Nutzung - also Unterhaltskosten, Reifen und so weiter. Als Benchmark für TCO wird für das Projekt «E-Mobility» im Firmenfahrzeugsegment ein Spar-Dieselfahrzeug und nicht etwa ein teures Hybridfahrzeug herangezogen.

Im Fullservice Leasing ändert sich die bedarfsgerecht gewählte Kilometerleistung während der Laufzeit nicht. Die effektiven Kosten für das «Betanken» der Elektrofahrzeuge, das heisst die Stromabrechnung, können ebenfalls abgerechnet werden, müssen es aber nicht. Ausserdem enthält die Leasingrate neben einem marktgerechten Zins die Amortisation des Elektromobils.

Wichtig gerade beim Leasing von Elektrofahrzeugen ist die Restwertgarantie. Dies hat einen bedeutenden Einfluss auf die Leasingrate. Nachdem der Occasionmarkt von gebrauchten Elektromobilen derzeit noch schlecht abschätzbar ist, legt Auto-Interleasing grossen Wert darauf, dass dieser richtig eingeschätzt wird - weder zulasten des Kunden, noch zulasten des eigenen Projektes.

Für Interleasing spielt es letztlich keine Rolle, auf welcher Antriebstechnologie eine Fahrzeugflotte basiert. Entscheidend ist, dass der Kunde - der Leasingnehmer - einen Mehrwert aus seiner Fahrzeugflotte und ihrer Bewirtschaftung zieht. Das ist die wesentliche Grundlage für eine Zusammenarbeit.

Zuverlässiger und innovativer Leasingpartner
Hohe Dienstleistungsqualität und eine faire wie zuverlässige Zusammenarbeit beweist Interleasing täglich durch die Bewirtschaftung von über 10'000 Flottenfahrzeugen in der Schweiz.

Dass man in einem konventionellen Umfeld als Finanzdienstleister auch innovativ sein kann, hat Interleasing bereits vor zwei Jahren schon einmal mit der Gründung der Tochtergesellschaft PayTheMobility AG bewiesen, einem flexiblen Mobilitätskonzept auf kilometerbasierter Abrechnung.

 
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